MAILAND: Die Kolonne des Teufels…
Im 14. Jahrhundert berichtet der Dominikanermönch Galvano Fiamma in seinen „Chronichae“, dass die Kaiser des Heiligen Römischen Reiches die Säule auf der Piazza Sant’Ambrogio umarmen mussten, um gekrönt zu werden. Die Säule aus Cipollino-Marmor wurde aufgrund dieser Verwendung als „Kaisersäule“ bezeichnet.
<< […] L’imperatore giurerà che sarà obbediente al Papa e alla Chiesa Romana nelle cose temporali e spirituali. […] Ciò fatto l’Imperatore deve abbracciare quella colonna dritta di marmo per significare che la giustizia in lui sarà dritta…>>
(Galvano Fiamma, Chronichae)
Die Säule aus der Römerzeit steht auf der Piazza Sant’Ambrogio in der Nähe der gleichnamigen Basilika, gehörte jedoch ursprünglich zum römischen Kaiserpalast von Mediolanum, der Ende des 3. Jahrhunderts von Kaiser Maximian errichtet wurde.
Sie wurde im 19. Jahrhundert bei archäologischen Ausgrabungen entdeckt und fällt sofort durch zwei besondere Löcher an ihrer Unterseite ins Auge.
Es dauerte nicht lange, bis sich um sie – unter dem Namen„Teufelssäule“– eine recht eigentümliche Legende rankte:
Der Teufel wollte den Heiligen Ambrosius um jeden Preis treffen, um ihn zum Bösen zu verleiten. Seine wiederholten Versuche waren vergeblich, denn der Heilige verlor die Geduld und versetzte ihm einen Tritt, um ihn fortzuschicken. Der Böse verlor das Gleichgewicht, stieß mit seinen Hörnern gegen die Säule neben ihnen und blieb dort einen ganzen Tag lang stecken. Schließlich nutzte er die Löcher, die seine Hörner hinterlassen hatten, als Portal, um in die Hölle zurückzukehren.
Der Volksglaube besagt, dass man, wenn man sich den Öffnungen nähert, das Brodeln des Höllenflusses Styx hören und den Schwefelgeruch wahrnehmen kann, der direkt aus der Hölle heraufsteigt.
Bildnachweis:
Lochreihen
Basilika St. Ambrosius
Teufelssäule
Foto: G. dallorto, unter Angabe der Quelle, über Wikimedia Commons
Fotos aus Mailand