FLORENZ: Unzählige Bienen…

FLORENZ: Unzählige Bienen…
Bei einem Spaziergang durch die Gassen der Altstadt von Florenz gelangt man zur Piazza della Santissima Annunziata, die mit ihren Arkaden, Palästen und Brunnen sofort in ihren Bann zieht.
 
Sie verkörpert den Charakter der Florentiner Renaissance in höchstem Maße und inspiriert mit ihrem ausgeprägten Sinn für Ästhetik auch den Rest der Stadt.
Die Loggia erfüllte nämlich neben ihrem ästhetischen Zweck auch verschiedene praktische Funktionen; sie konnte als Marktplatz, als Zufluchtsort für Kranke oder als Herberge für Reisende genutzt werden.
Um den Reiz des Platzes noch zu steigern, wurde in seiner Mitte ein imposantes Reiterdenkmal aufgestellt, das dem Großherzog der Toskana, Ferdinand I. de’ Medici, gewidmet ist. Es handelt sich um ein Spätwerk von Giambologna, das 1608 von seinem vertrauten Schüler Pietro Tacca vollendet wurde.
Die Statue wurde aus Bronze gegossen, die aus den Kanonen türkischer Schiffe gewonnen wurde, die während der Feldzüge des Ordens der Ritter von Santo Stefano besiegt worden waren. Die kuriose Besonderheit dieses Denkmals ist jedoch ein Bienenschwarm auf seinem Sockel:
Die Bienen, die in präzisen konzentrischen Kreisen angeordnet sind, sollen die Florentiner symbolisieren, denen gegenüber Ferdinand I. Treue, Fleiß und Zusammenarbeit oblagen.
Im Mittelpunkt stehen das Großherzogtum Toskana und sein Herrscher, dargestellt durch die Bienenkönigin.
Oben steht das lateinische Motto „Maiestatis Tantum“, also „nur für Seine Majestät“, was verdeutlicht, warum dieses Bild auch zum heraldischen Symbol von Ferdinand I. wurde.
 

Aber wie viele dieser fleißigen Bienen gibt es denn?

Es ist nicht leicht, das zu verstehen, da ihre Lage eine Aufzählung erschwert…
 
Früher griffen Eltern zu dem Trick, ihre Kinder zählen zu lassen, um deren Wutanfälle zu beruhigen, und versprachen ihnen eine Belohnung, falls sie die Lösung finden würden.
Das Zählen der bronzenen Bienen wurde so nicht nur zu einem Trick oder einem Spiel, sondern auch zu einer echten Herausforderung, die bis heute Erwachsene und Kinder gleichermaßen in ihren Bann zieht: Der Legende nach soll nämlich derjenige, dem es gelingt, sie genauzu zählen, ohnesie mit den Händen zu berühren oder mit dem Finger darauf zu zeigen, viel Glück erhalten…
 
Bildnachweis:

Foto: Piazza SS Annunziata

Foto 98256630 © Ivan Vander Biesen | Dreamstime.com

 

Foto: Api

Sailko / Wikimedia Commons

 

Fotos von Florenz

Foto 59442545 © Rudi1976 / Dreamstime.com